Willkommen in der Welt von Tintenherz

„Ich erinnere mich noch daran, dass ich mir sagte: Na gut, diese Geschichte wird nur etwas für Bücherfresser. Ich werde sie für all die schreiben, die den gedruckten Buchstaben ebenso verfallen sind wie ich.“
[Cornelia Funke im Vorwort der Tintenherz-Jubiläumsausgabe]

Inzwischen ist es über 10 Jahre her, dass der erste Band von Cornelia Funkes Tintenwelt-Trilogie Tintenherz erschien. Seitdem hat das Buch rund um die Abenteuer von Staubfinger, Capricorn, Meggie & Co. Millionen Menschen auf der ganzen Welt verzaubert.

Erfahre hier alles über die Tintenwelt von Cornelia Funke!

Cornelia Funke über Tintenherz (PDF; 96 KB)

Tintenherz Vignette Cornelia Funke

Interview mit Cornelia Funke über die Tintenwelt-Trilogie

Sie schreiben gerne fantastische Bücher. Was fasziniert Sie am fantastischen Genre?
Die unbegrenzten Möglichkeiten natürlich. Und dass man die Wirklichkeit in Verkleidung manchmal weit eindrucksvoller beschreiben kann.

Haben Sie als Leserin früher schon mal die Fantasie gehabt, in ein Buch zu geraten? In welches Buch würden Sie gerne geraten?
Irgendwie gerät man ja immer in sie hinein, oder? Aber wenn ich eins aussuchen sollte, würde ich mich wohl wahrscheinlich für „Der König auf Camelot“ entscheiden – mit Rückfahrkarte und natürlich nicht ohne meine Kinder.

Wie sind Sie in die Tintenwelt geraten?
Durch meine Bücherleidenschaft. Ich wollte schon immer mal Figuren aus Büchern kommen lassen, denn als leidenschaftlicher Leser kennt man ja das Gefühl, dass sie einem manchmal echter vorkommen als wirkliche Menschen (was natürlich daran liegt, dass man ihnen ins Herz schauen darf). Außerdem hatte ich immer die erste Szene im Kopf – wie Meggie nachts aus dem Fenster schaut und jemanden im Regen stehen sieht. Da musste ich natürlich herausfinden, welche Geschichte dahinter steckt. Und dann hab ich Feuerspucker auf einem mittelalterlichen Markt gesehen, über Bücher und Bücherverrückte recherchiert usw. usw. usw. – das Buch kam aus vielen Samen.

Wer ist Ihr liebster Charakter in der Tintenwelt?
Kann ich nicht sagen. Bei den meisten meiner Bücher ist diese Antwort einfach, aber bei den Tintenweltbüchern liebe ich sie wirklich alle, die Bösewichter ausgenommen.

Hatten Sie reale Vorbilder vor Augen, als Sie die Figuren entwickelt haben? Verraten Sie uns, welche Einflüsse dabei eine Rolle gespielt haben?
Für Mo habe ich von einem Schauspieler gestohlen, wie man ja inzwischen aus der Widmung in „Tintenblut“ weiß. Das hat sehr geholfen – ich brauchte eine Stimme im Ohr für die Zauberzunge. Fenoglio ist natürlich mein Alter Ego, wobei ich hoffe, dass meine schlechten Charakterzüge nicht ganz so ausgeprägt sind. Es steckt auch einiges von mir in Elinor, aber für sie hatte ich als Vorbild eine reale Büchersammlerin, die sich auf Kinderbücher spezialisiert hatte. Ansonsten ist vieles an Meggie im zweiten Teil von meiner Tochter inspiriert und einiges an Farid ist sicherlich die ältere Variante meines Sohnes. Was andere Einflüsse betrifft – da passiert zum Glück vieles unbewusst, und ich will besser gar nicht allzu genau hinsehen, woher das alles kommt.

In der Tintenwelt-Trilogie werden viele Themen angesprochen: Was ist für Sie das Hauptthema? Welches Thema hat Sie besonders gereizt?
In Tintenherz ist es die Liebe zwischen Vater und Tochter, und um die Liebe geht es wohl generell sehr viel. Aber das Erzählen an sich und unser Spiel mit der Vorstellung ist natürlich auch ein Hauptthema, das mir als Geschichtenerzählerin sehr, sehr, sehr viel Spaß gemacht hat.

Es taucht immer wieder die Frage auf, wer den Verlauf der Geschichte in der Tintenwelt bestimmt. Kennen Sie diese Zweifel als Schöpferin der Tintenwelt? Sind diese Bücher für Sie auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, wem eine Geschichte gehört?
Ja, natürlich – eine sehr aufregende Frage für eine Geschichtenerzählerin. Deren Beantwortung mich dann mit dem Gedanken spielen lässt, ob unser Leben nicht vielleicht auch nur eine Geschichte ist. Und wiederum zu der Frage führt, wer denn deren Erzähler ist.

Sie haben schon öfter erzählt, dass Ihre eigenen Geschichten Sie überrascht haben, dass sich die Geschichte ohne Ihr Zutun verselbständigt hat. An welchen Punkten ging es Ihnen in der Tintenwelt so?
Ständig. Bei Band zwei passierte es gleich am Anfang. Da kam Orpheus die Straße herunter und war anders und sah anders aus, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Auch sonst hat die Geschichte mich oft mit Wendungen überrascht, die ich nicht vorausgeplant hatte – was natürlich der allergrößte Spaß beim Schreiben ist!

Es geht auch um das Thema Leben und Sterben. Während Sie den Band „Tintentod“ geschrieben haben, ist Ihr Mann an Krebs gestorben. Hat diese Erfahrung Ihren Blick auf die Geschichte des Buches verändert?
Seltsamerweise hatte ich alle Kapitel, in denen es um den Tod geht, schon geschrieben, bevor mein Mann krank wurde. Es kommt mir im Nachhinein fast so vor, als hätte ich mich durchs Schreiben schon auf etwas vorbereitet, was im Kommen war. Als ich das Buch dann überarbeitete, erwartete ich eigentlich, dass meine eigene Erfahrung nun vieles ändern würde, aber so war es nicht. Ich glaube, ich habe drei Sätze neu geschrieben.

In „Tintentod“ beschreiben Sie den Tod als „die große Wandlerin“. Warum ist der Tod bei Ihnen weiblich?“
Warum nicht? Die Frau bringt das Leben in die Welt, also gefällt mir die Vorstellung, dass sie es auch wieder nimmt, auf diese Art erscheint der Tod nicht als fremdes, feindliches Prinzip, sondern als notwendiger Teil des Lebens. In vielen älteren Religionen verkörpert die Frau den Kreislauf des Lebens, oft in Dreigestalt, als Mädchen, Mutter und alte Frau. Das ist in meine Figur des Todes eingeflossen.

Der erste Teil, „Tintenherz“, wird gerade verfilmt und kommt in 2008 in die Kinos. Sie arbeiten an der Verfilmung intensiv mit. Wie ist das für Sie als Autorin?
Spannend! Ich genieße diese Erfahrung wirklich sehr und habe im letzten Jahr unglaublich viel übers Filmemachen gelernt. Man muss eine Geschichte für die Leinwand auf ganz andere Weise erzählen. Und es ist schon wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, an einem Filmset zu sein und die eigenen Figuren vorbeigehen zu sehen – oder mit ihnen Kaffee zu trinken.

Sie haben vom ersten Band an immer davon gesprochen, die Tintenwelt als Trilogie geplant zu haben. Können Sie sich jetzt, nach dem dritten Band, in dem es sehr viel Licht und Raum für Hoffnungen gibt, doch eventuell noch eine Fortsetzung vorstellen?
Nur, wenn meine Figuren mich eines Tages heimsuchen und das verlangen. Aber ich habe die Tintenwelt eigentlich verlassen.

Das Interview mit Cornelia Funke führte Frauke Wedler-Zinn (Dressler Verlag) im September 2007

Tintenherz Vignette Cornelia Funke

Aus der Kreativ-Werkstatt von Cornelia Funke

Für die Erstausgabe von Tintenherz hat Cornelia Funke die verschiedensten Cover entworfen. Neben den hier abgebildeten findest Du in der Jubiläumsausgabe zu Tintenherz noch weitere alternative Coverentwürfe.

Tintenherz Vignette Cornelia Funke

Zitate raten

Cornelia Funke Tintenherz

Erkennst Du die Wörter? In jedem der Zitate aus der Tintenwelt-Trilogie fehlen einzelne Buchstaben. Schließe die Lücken und zaubere Sinn. Viel Spaß beim Zuordnen!

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Tintenherz Vignette Cornelia Funke

Der Film

Brendan Fraser als Mo, Helen Mirren als Elinor und Paul Bettany in der Rolle von Staubfinger: Für den Kinofilm von Tintenherz wurde ein internationales Starensemble zusammengestellt.

 

Film-Fotos © 2007 Warner Bros. Ent.

Mehr zur Film (www.warnerbros.de/inkheart)

Cornelia Funke Tintenherz

BAPTISTA
Schauspieler, Maskenmacher, entstellt von Pockennarben. Lebt im Lager der Spielleute.

ELINOR LOREDAN
Resas Tante, Meggies Großtante; Büchersammlerin – auch Bücherfresserin genannt. Sehnt sich nach der Tintenwelt und nach Meggie, Mo und Resa.

FARID
Der arabische Junge wurde von Mo versehentlich aus 1001 NACHT herausgelesen. Farid liebt Meggie und verehrt Staubfinger, dessen gelehriger Schüler er wurde.

FENOGLIO
Dichter, Geschichtenerzähler; er hat das Buch geschrieben, um das sich alles dreht – TINTENHERZ – und hat auch die dazugehörige Tintenwelt erfunden.

HÄNFLING
Schwager des Natternkopfes und grausamer neuer Statthalter von Ombra.

MEGGIE
Tochter von Mo und Resa; kann ebenso wie ihr Vater beim Vorlesen Figuren aus Büchern lebendig werden lassen, sie »herauslesen«. Meggie möchte schreiben können wie Fenoglio, damit sie weiterhin Figuren aus Büchern herauslesen, sie mit den richtigen Worten aber auch wieder zurückschicken kann.

MORTIMER FOLCHART, GENANNT MO ODER ZAUBERZUNGE ODER EICHELHÄHER
Buchbinder, »Bücherarzt«, wie seine Tochter ihn nennt. Er kann, wie Meggie sagt, »Bilder in der Luft malen nur mit seiner Stimme«. Mo wird von den Bewohnern der Tintenwelt für den Eichelhäher, den legendären Räuber und Kämpfer für Gerechtigkeit gehalten.

ORPHEUS
Dichter und Vorleser; von Farid auch Käsekopf genannt.

PFEIFER, AUCH SILBERNASE GENANNT
Ehemals Capricorns Spielmann, der seine finsteren Lieder jetzt für den Natternkopf singt.

RESA
Mos Frau, Meggies Mutter und die Lieblingsnichte von Elinor. Verbrachte vor vielen Jahren schon einmal längere Zeit in der Tintenwelt und ist freiwillig zurückgekehrt, gemeinsam mit Mo.

DER SCHWARZE PRINZ
Messerwerfer, Bärenfreund, König der Spielleute, Staubfingers bester Freund, Vertrauter von Mo.

DER STARKE MANN
Spielmann, der Eisen biegen und mehrere Männer auf einmal hochheben kann.

STAUBFINGER, AUCH FEUERTÄNZER GENANNT
Lebte jahrelang bei den Menschen, bis er endlich wieder in die Tintenwelt zurückkehren konnte. Farids Lehrer; ließ sich von den Weißen Frauen holen, um Farids Leben zu retten.

VIOLANTE, AUCH VIOLANTE DIE HÄSSLICHE GENANNT
Tochter des Natternkopfes, Witwe von Cosimo dem Schönen und Bücherliebhaberin. Lebt am Hofe von Ombra.

DIE WEISSEN FRAUEN

Dienerinnen des Todes.

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